Spannendes Finale beim Junior Manager Contest in Nagold

Teams aus dem Landkreis Freudenstadt belegen Plätze 2 und 3

Die Finalteilnehmer des  Junior Manager Contests 2018

Die Herausforderungen waren groß: Insgesamt fast 150 Schüler und Auszubildende aus der Region Nordschwarzwald schlüpften beim Junior Manager Contest  Nordschwarzwald, einem zweistufigen Planspiel, in Führungsrollen und entwickelten innovative Ideen und Konzepte für den Erfolg ihrer fiktiven Unternehmen. Die Finalisten aus den Vorentscheiden in den Landkreisen Calw, Freudenstadt und dem Enzkreis trafen bei Häfele GmbH & Co KG in Nagold aufeinander.

"In der ersten Phase des Wettbewerbs auf Kreisebene unterstützte eine eigens entwickelte Software den Wettbewerb und half bei der Ermittlung der Siegerteams", erklärte Marius Kunkis, Planspiel-Projektleiter vom Steinbeis Innovationszentrum, die Modalitäten des Wettbewerbs. "Die Herausforderung dabei war, ein vorgegebenes Unternehmen, nämlich einen innovativen E-Longboard-Vertrieb, durch geschicktes betriebswirtschaftliches Agieren zum Erfolg zu führen". Der Rollentausch im Chefsessel als Boss im Zeitraffer brachte die Teams bereits in der Vorrunde ins Schwitzen. Beim Finale in Nagold war alles ein wenig anders und noch einen Tick komplexer: Gefragt waren weniger Daten, Fakten und Zahlen als vielmehr Ideen. „Der Kern des eintägigen Workshops war es das Handwerkszeug zu lernen auf dem Geschäftsmodelle basieren, nämlich Lösungen für eine konkrete Zielgruppe zu entwickeln“, ergänzte Lars Schäfer Projektleiter bei der WFG. Alle Überlegungen der Workshop-Teilnehmer konkretisierten sich im sog. Business Model Canvas, welches als gute Vorlage und Übersicht für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle dient.

Die Finalisten haben alle auf die so genannten Pitchs hingearbeitet, eine kurze aber knackige Präsentation der ausformulierten Geschäftsidee. Exakt drei Minuten Zeit hatten die Teams, um ihr Unternehmen der Jury und dem kritischen Publikum vorzustellen. "Alles ist erlaubt, von dem ihr denkt, dass es die Juroren überzeugen könnte", formulierte Kunkis zuvor die Aufgabe. Die Teams griffen tief und hochmotiviert in die Trickkiste: ausgefeilte szenische Darstellungen, Muster aus Lego und hochkarätige Präsentationen machten der Jury die Entscheidungsfindung wahrhaftig nicht leicht. 

Die Jury hatte es wahrhaftig nicht leicht: "Die Kreativität der Teilnehmer hatte mich wirklich positiv überrascht", kommentierte Jochen Protzer von der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald (WFG) die Ergebnisse der neun Teams. Zusammen mit Prof. Dr. Katja Puteanus-Birkenbach (GründerWERK der Hochschule Pforzheim), Annette Hanfstein (Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim), Tim Brünz (Pfalzgraf Konditorei GmbH) und den beiden Gründern  Leonard Wilhelm (Heckengäu Brennerei) und Sven Häuser (Twinvay UG) durfte der WFG-Chef in den Pitches die Geschäftsideen bewerten. "Die Aufgabe der Jury, den regionalen Gesamtsieger zu küren, war auch deshalb anspruchsvoll, weil neben harten  betriebswirtschaftlichen Fakten auch Kreativität, strategisches Denken und konsequentes Handeln im Fokus standen", ergänzte Prof. Dr. Barbara Burkhardt-Reich vom Steinbeis Innovationszentrum, die die Jury anleitete und im Vorfeld die Teilnehmer auch professionell coachte.

Das Team von FMB Technik GmbH aus Sternenfels konnte die Jury dann mit ihrem Produkt Custos (lat. Wächter) überzeugen. Die Grundidee war, dass sich bestimmte Zielgruppen unsicher fühlen, wenn Sie alleine unterwegs sind und mit der von ihren angebotenen Uhr können Notrufe inkl. GPS-Daten schnell an Polizei oder Rettungsdienste abgesetzt werden. Den zweiten Platz holte sich das Team von Gebr. Schmid GmbH, die sich mit dem Thema nachhaltige Verpackung beschäftigten und dafür geeignete Alternativen aufzeigten. Platz drei ging an das Team aus Pfalzgrafenweiler von Koch Pac Systeme GmbH deren innovative Idee war, induktive Ladeplatten für E-Autos an Ampeln im urbanen Raum zu installieren, um damit die Reichweite weiter auszubauen.

Überhaupt bewies das Planspiel-Finale einmal mehr: Smartphones erobern weiter sämtliche Lebensbereiche. Alleine fünf der neun Finalisten-Teams beschäftigten sich intensiv mit dem Thema Software-Applikationen. Aber auch das Thema Nachhaltigkeit spielt bei der jungen Zielgruppe eine immer größere Rolle. So hatte das Team des Gastgebers der Häfele GmbH & Co KG, die Idee aus Plastikmüll der am Meer angespült wird hochpreisige Möbel zu fertigen.

"Das Engagement der jungen Frauen und Männer war phänomenal", schwärmte Carmen Wollensak, Wirtschaftsförderin der Stadt Nagold abschließend vom Veranstaltungsformat des gesamtregionalen Wettbewerbs. Eine erneute Auflage des Projekts ist sowohl für Carmen Wollensak als auch für Lars Schäfer, fast schon beschlossene Sache. Organisiert wurde der gesamtregionale Wettbewerb von der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald, den Landkreisen Freudenstadt und Calw, dem Enzkreis sowie der Stadt Nagold.

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