Landesweit erste Verbundweiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin startet

Mit dem Projekt "Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin" möchte der Landkreis Freudenstadt dem Ärztemangel aktiv begegnen. Bereits seit 2014 fördert der Landkreis Freudenstadt als einer der ersten Landkreise in Baden-Württemberg Medizinstudentinnen und Studenten mit einem Stipendium.

Die ärztliche Versorgung im Landkreis Freudenstadt ist Landrat Dr. Klaus Michael Rückert ein wichtiges Anliegen, denn sie zählt nicht nur als Standortfaktor auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt, sondern bedeutet für viele Bürgerinnen und Bürger auch ein Stück Sicherheit und Lebensqualität.Vielfältige Anstrengungen wurden und werden jedes Jahr aufs Neue von den Verantwortlichen aus Ärzteschaft und Politik unternommen, um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen.

In enger Zusammenarbeit hat das Klinikum Freudenstadt, die niedergelassene Ärzteschaft und die Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz des Landratsamtes Freudenstadt die bereits 2017 vorgestellte Kooperation der Verbundweiterbildung neu aufgestellt und weiterentwickelt.

Am Mittwoch, 16.10.2019 fand nun die Vertragsunterzeichnung für die Verbundweiterbildung im Landkreis Freudenstadt - als erste Verbundweiterbildung im Land Baden-Württemberg überhaupt - statt. Versammelt hatten sich neben Landrat Dr. Klaus Michael Rückert eine große Runde medizinischer Kompetenz, unter ihnen der Vorsitzende der Kreisärzteschaft, Carl Friedrich Metzner; Prof. Florian Bea, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Medizinischen Klinik II; Prof. Klaus Fellermann, Chefarzt der Medizinischen Klinik I; Matthias Meier, Kaufmännischer Direktor der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH, einige der ärztlichen Kooperationspartner aus dem Landkreis sowie die Vizepräsidentin der Bezirksärztekammer Nordbaden Dr. Susanna Colopi-Glage und Dr. Sandra Stengel von der KWBW Verbundweiterbildung plus.

Dr. Sandra Stengel erklärte in einer kurzen Ansprache warum eine Neuausrichtung der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner notwendig war und wie die Rahmenbedingungen für die jungen Medizinerinnen und Mediziner künftig aussehen.

Im Anschluss machte Dr. Rückert nochmals deutlich, dass die Verbundweiterbild im Grunde an die Förderung durch das Medizinstipendium anschließe und so das Konzept der Nachwuchsgewinnung im Landkreis abrunde.

„Mit der neu aufgestellten Weiterbildung im Klinikum Freudenstadt und den Praxen des Landkreises sei es nun möglich, zusätzlich eine spezielle Weiterbildungsstelle je Kalenderjahr für Kandidaten anzubieten, denen es aus persönlichen Gründen nicht möglich ist, eine reguläre Stelle als Ärztin bzw. Arzt in Weiterbildung am Klinikum antreten zu können. Somit können familienfreundliche Arbeitsbedingungen mit Teilzeitmodellen entsprechend den Bedürfnissen der Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung angeboten werden.

Dies entspräche den Vorstellungen der jungen Ärztinnen und Ärzte. Wir erleichtern Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch Personen mit Einschränkungen, seien sie gesundheitlich, sprachlich oder persönlich bedingt, ermöglicht dieses Modell die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin,“ so der Landrat.

Unterzeichnet wurde der Vertrag von der Ärztekammer und dem Klinikum Freudenstadt. Die niedergelassenen Ärzte unterzeichneten eine Beitrittserklärung.

Dr. Susanna Colopi-Glage beglückwünschte alle Partner zu dieser ersten Vertragsunterzeichnung und somit beispielhaften Kooperation und hofft, dass viele weitere Kooperationen im Land folgen werden.

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