Jahrbuch 2019

„An der Schwelle zur zweiten Amtszeit“ – dieser Jahrbuchbeitrag unseres Landrats Dr. Rückert zu seiner Wiederwahl im Juni 2018 gibt den Auftakt zu einer großen Vielfalt an Beiträgen, die sowohl aktuelle Entwicklungen im Landkreis aufgreifen als auch die Geschichte unserer Region dokumentieren. Sein Vorgänger, Landrat i.R. Peter Dombrowsky, berichtet gleich anschließend eindrucksvoll von dem Jahrhundertprojekt der Trinkwassertalsperre „Kleine Kinzig“. Dieses Mammutprojekt der 1980er Jahre versorgt heute unsere Region mit frischem Trinkwasser, erforderte aber in der Planung und Durchführung über Jahre hinweg viel Kooperation zwischen Verwaltung, Bauleitung und betroffener Bevölkerung – was tatsächlich geglückt ist. Ein Schwerpunkt des Jahrbuchs 2019 liegt auf dem Thema „Kulturgüter“. Ein Bauwagen für Jugendliche in Eutingen gehört ebenso dazu wie die wiedereröffnete „Traube“ in Cresbach, ein neu zum Leben erweckter alter Bergwerksstollen in Friedrichstal oder die über 500 Jahre Fasnets-Tradition in Betra; der letzte ehemalige Lehensbauernhof in Schwarzenberg ist ebenso ein Kulturgut wie der nach 113 Jahren aufgelöste Männergesangsverein in Schopfloch, die vergessene Wassertretanlage in Horb oder die besonderen Schindelformen, die die regionale Besonderheit des „Freudenstädter Schindelschirms“ ausmachen. Kulturgüter sind vielfältig und schützenswert. Sie beeinflussen unsere Sichtweise der Welt und zeigen an, welche Bedeutung wir den Dingen beimessen. Sie sind ein Spiegel unserer Regionalgeschichte, sie tragen uns in die Zukunft. Ein weiterer Schwerpunkt des neuen Jahrbuchs: der Schatz der Schwarzwaldlandschaft. Analog bearbeitete Schwarzweiß-Fotografien fangen in einer Bildstrecke die Magie alter Bauteile ehemaliger Bäder, Mühlen, Wehre und Hotelparks ein, die - mittlerweile zerfallen, überwachsen und halb vergessen - mit dem sie umgebenden Wald zu einer Einheit verschmelzen. Ganz im Gegensatz zu den vielen alten Höhenhotels, die zwar immer noch von der Pracht einstiger Tourismusgeschichte entlang der Schwarzwaldhochstraße erzählen, aber in ihrem teilweise sehr verwahrlosten Zustand im starken Gegensatz stehen zu der Schönheit ihrer Standorte und dringend auf eine Wiederentdeckung ihres Charmes warten. Auf dem Horber Hausberg und auf dem Priorberg hingegen stehen kleine, täglich geöffnete Kapellen, die über Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg ihren Charme behalten haben und beliebte Ausflugsziele geblieben sind. Auch darüber berichtet das Jahrbuch 2019. Dass der Schwarzwald nicht nur für die Seele gut ist sondern auch für die Gemeindekassen, zeigt ein Beitrag über den Weiler Wald, der anhand alter Dias eines Gemeindeförsters eindrücklich die intensive Waldbewirtschaftung nach dem Zweiten Weltkrieg aufzeigt. Auch anderen, heute fast unbekannten Wirtschaftsformen widmen sich mehrere Beiträge: wer weiß denn noch, dass es in Aach drei Gerbereien gab? Oder eine Orientteppich-Knüpferei mit Niederlassungen in Mitteltal, Obertal und Buhlbach? Auch die Weberei Arnold, die in der Nachkriegszeit in Pfalzgrafenweiler und Empfingen große Firmen aufbaute und mit vielen Arbeitsplätzen zur wirtschaftlichen Dynamik der Wiederaufbaujahre beisteuerte, gibt es heute schon lange nicht mehr. Im Jahrbuch 2019 können wir noch einmal eintauchen in diese Phase der Wirtschaftsgeschichte unserer Region. Die Bäume, die den Schwarzwald ausmachen, sind das zentrale Thema des diesjährigen Schulbeitrags. Schülerinnen und Schüler der neunten, zehnten und elften Klassen der Freudenstädter Waldorfschule haben sich unter Anleitung ihrer Kunstlehrerin Barbara Ihme mit dem Wesen der Bäume befasst und wunderschöne Schwarzweiß-Zeichnungen, Linoldrucke und Aquarelle fürs Jahrbuch geschaffen in einer Vielseitigkeit, die erstaunt und erfreut. Die Natur im Blick haben auch Beiträge, die sich mit der Renaturierung des Isenburger Baches, mit den vielen Dolinen östlich des Neckars oder mit dem starken Pollenflug im vergangenen Frühjahr befassen. Unter der Rubrik „Aus der Geschichte“ präsentieren sich Beiträge zum Frauenwahlrecht, zur Situation der Freudenstädter Kindergärten in der Nachkriegszeit, zu einem ehemaligen Reichsarbeitsdienstlager in Bad Rippoldsau, zu einem bisher fast unbekannten Literaturhistoriker aus Egelstal, zum Augsburger Religionsfrieden und zum Räuber Hannikel, der immer noch durch unsere Überlieferung geistert. Zweifellos ein Highlight der diesjährigen Jahrbuchpräsentation ist der Beitrag über die 2017 verstorbene Dornstetter Künstlerin Eleonore Kötter. Ihr zu Ehren wurde die von Landrat Dr. Rückert eröffnete Jahrbuchvorstellung dieses Mal in der Zehntscheuer in Dornstetten abgehalten und mit einer Führung durch die Eleonore-Kötter-Ausstellung „Meine unbekannten Bilder“ im Rathaus Dornstetten verbunden.

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